Kleines Tagebuch: am Abend vor der Epikrise (Mündliches Staatsexamen 2)

Ich fühle dass meine Wissenslücken immens sind, habe nach den spärlichen Informationen die wir bisher von dem Prüfungsvorsitzenden bekommen haben wenig Plan, wie die Epikrise die er sich wünscht sein soll. Ich bin mir unsicher, was ich alles bei dem Patienten / der Patientin die wir morgen bekommen werden, untersuchen soll – vor allem mit meinem Wahlfach Gynäkologie, als Mann (vaginale Untersuchung hat der Vorsitzende ausgeschlossen, aber was ist mit der Brust? Ich habe das in meinem PJ nicht gemacht, nur zugeschaut.)

Schaffe ich es, wirklich die komplette Anamnese, Untersuchung, und eine gute Epikrise in vier Stunden hinzukriegen? Was ist wenn es Druckerprobleme gibt? (Das klingt ziemlich nervös, wie ich das schreibe. Würde ich rauchen, würde ich mir jetzt wahrscheinlich eine anzünden. Ich fröne stattdessen meinem Schwarzer-Tee-mit-viel-Zucker Laster)

Die Aussicht auf Tag 1, bei uns der 7. Mai nach dem Wochenende, ist für mich dagegen heiter – ich bin zuversichtlich, dass ich über das Wochenende noch zu allen Aspekten des Patienten mir genug Stoff reinpressen kann …

Leider ist der 8. Mai bei mir momentan ziemlich mit Unbehagen besetzt. Ja, ich habe mir viel angeschaut in den zwei Wochen seit dem schriftlichen. Viel rausgeschrieben, manches sogar mit Diktiergerät “abgefragt”. Natürlich nicht so viel wie ich gerne gewollt hätte – aber dafür ist man nach dem Schriftlichen auch zu ausgebrannt … Aber reicht das, was ich mir angeschaut habe? Manche zentrale Themen, wie z.B. das Mamma-Karzinom, das Ovarialkarzinom, usw. habe ich überhaupt nicht gelesen. Die Innere habe ich stiefmütterlich behandelt, einfach aus dem Grund weil “alles” drankommen kann – ich habe da keine so schöne Liste wie bei Uro, das ich fast komplett abgedeckt habe.

Außerdem wechselte bei uns letzten Donnerstag der Urologie-Prüfer. Wir erfuhren davon erst, nachdem wir nochmal telefonisch nachbohrten bei der Prüferin (eine nette Dame, die jedoch auch per Mail kurz hätte zurückschreiben können … unnötiger Stress für uns). Der Urologie Prüfer scheint ein sympathischer Mensch zu sein, der seinen Stoff auch – tausend Dank sei ihm gesagt – studentenfreundlich eingeschränkt hat. Der einzige der uns direkt sehen wollte. Mit dem Innere-Prüfer hatte ich ein Telefongespräch, der Chirurgie-Prüfer hat uns einige Infos per Mail geschickt (diese Liste habe ich auch bearbeitet). Alle drei scheinen sehr umgänglich zu sein, und die Studenten nicht reinreiten zu wollen, gemäß den Protokollen. Aber der Gynäkologe — er kann sehr ins Detail gehen bei seinen Fragen, deckt quasi die ganze Gynäkologie ab (leider nicht nur Reproduktionsmedizin …), er ist also eine unberechenbare Größe. Wie eigentlich alles an der mündlichen Prüfung … die Termine sind das einzige woran man sich momentan festhalten kann. Panik, Panik!

Mündliches – die Vorbereitung dafür läuft ganz anders als für das Schriftliche. Beim Schriftlichen hat man doch irgendwie die gelbe Reihe, die kreuzelfragen, und man steht auch nicht blöd da wenn man mal ein Thema komplett auf “lücke” ausklammert. Habe ich bei vielen Dingen so gemacht, die mir lerntechnisch nicht wirklich liegen. z.B. die Geburtslagen. Ich kann mir sowas wirklich nicht merken! Wird sich das jetzt volle Kanne rächen??

Es heißt, “keiner fällt durch das Mündliche durch”. In den Protokollen gibt es selten mal einen solchen Studenten; mir geht es momentan einfach nur um das Bestehen, und nicht nochmal Lernen müssen – ich will so langsam aber sicher einfach nicht mehr, ich will Freizeit, und Leben. Andere Dinge machen, Synapse layouten z.B., ohne Schuldgefühle einen Film anschauen, einen Stapel Bücher lesen, und vor allem endlich Arzt sein, und nicht mehr Student.

Glaubt mir, ich bin eher ein Beispiel für einen Studenten der wirklich zu wenig weiß, und nicht ausreichend vorbereitet ist, in diesem Moment. Als einer der wahnsinnig viel gebüffelt hat, und sich Sorgen macht ob er die 1 verfehlen könnte …

Drückt mir die Daumen für Montag, ich schreibe dann am Dienstag wie es gelaufen ist … und ob meine Sorgen berechtigt waren.

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