Der erste Tag als Arzt – Ein Rückblick auf das Hammerexamen

Mein Fazit zu der ganzen Zeit: es war ein sehr harter und langer Marathonlauf, vor allem auf die mündliche Prüfung hin. Jetzt ist es geschafft, unsere Prüfungsgruppe hat gestern das Mündliche komplett bestanden! Wir sind fertig, und brauchen erstmal alle eine Pause bevor es mit dem Ernst des Lebens weitergeht Smiley

Das Mündliche

Während man das Schriftliche noch gut abschätzen kann – man kreuzt dazu die letzten Examina durch und schaut wieviel man richtig hatte – und eigentlich doch (heimlich) davon ausgeht dass man da bestehen wird, ist die Situation beim Mündlichen einfach völlig unberechenbar.

Es fällt keiner beim Mündlichen durch.” hört man von guten Freunden, die schon das Mündliche gepackt haben. Aber man glaubt ihnen nicht. Hat man doch gerade einen Prüfer als Prüfungsvorsitzenden, der auch gerne mal ein paar Leute über die Klinge springen lässt (d.h. ihnen eine 5+ gibt). Auch wenn die anderen Prüfer alle total nett sind, man hat Angst vor dem Ungewissen.

Die Stoffmenge ist riesig, und es muss irgendwie ganz anders gelernt werden. Für das Schriftliche hatte ich mir das PCO Syndrom nicht angeschaut, und auch so manch anderes mehr oder weniger unliebsame Thema weggelassen. Es fällt ja keinem auf!

Aber während des Mündlichen, während des Mündlichen ist es peinlich wenn man in einem Thema komplett auf dem Schlauch steht. Denkt man. Man denkt auch noch so manche anderen Sachen, zum Beispiel dass die Prüfer (vor allem die harten Prüfer) ein unglaublich feines Gespür für die eigenen Wissenslücken haben werden, und man ganz bestimmt die blöden Themen kriegen wird. Dieses Gefühl verstärkt sich noch, während man in der Prüfung drinsitzt. “Das hätte ich doch auch gut gekonnt!”

Wenn man selber dran kommt, dann schaltet das Gehirn aber auf “Notmodus”. Namen, Dinge die man geübt hat, fallen einem nicht mehr ein. Ich habe ein EKG total versemmelt vor Nervosität – hätte ich nicht gleich vorschnell aus der Hüfte “Vorhofflimmern” geschossen (waren wohl einfach nur Artefakte), und hätte mich an mein Bewertungsschema gehalten, wäre der Eindruck beim Internisten gestern vielleicht etwas besser gewesen.

Dass es nicht so gut lief denken sich alle, sogar diejenigen die mit einer (wohlverdienten!) eins bestanden haben. Ich habe eine zwei, und immer noch das Gefühl dass die Notengebung zumindest bei mir sehr sehr milde war. So einige Wissenslücken konnten bei mir aufgedeckt werden; aber auch Dinge wie dass die Milz auf der linken Seite liegt, fielen mir partout nicht mehr ein; und das bei einem sehr netten Prüfer. Man steht einfach unter Strom, bis die Prüfung vorbei ist und das Ergebnis verkündet wurde “Bestanden”.

Tipps

Meine Tipps an euch für das Mündliche:

  • Lernt vor allem gut zu präsentieren und flüssig zu sprechen, und ggf. laut zu überlegen – das kommt bei den Prüfern besser an als Schweigen
  • Nehmt euch zu trinken und zu essen mit. Wir hatten in der Prüfung nur Wasser gestellt bekommen, und das war bald alle.
  • Macht euch so gut wie es eben geht keinen Stress ob ihr besteht oder nicht – wenn einer der Prüfer sehr hart wertet, können die anderen dagegensteuern (wie bei uns wahrscheinlich geschehen, am zweiten Tag war die Notengebung des harten Prüfers auf einmal deutlich milder)
  • Einer unserer Prüfer ist mit zwei von uns aus meiner Sicht schroffer umgegangen. Leider passiert das auch; aber die anderen Prüfer merken das und versuchen da auch zu kompensieren und nette Fragen zu stellen. Nicht aus dem Konzept bringen lassen, und weiter am Ball bleiben!!

Man kann im Mündlichen nicht durchfallen.” so – jetzt darf ich es auch sagen Smiley mit geöffnetem Mund

2 thoughts on “Der erste Tag als Arzt – Ein Rückblick auf das Hammerexamen

  1. Zur besseren Einschätzung für euch: ich habe ca. 50 – 60 Stunden in das Mündliche gesteckt, ich hatte knapp zwei Wochen Zeit nach dem Schriftlichen dafür. Plant von vornehinein ein paar Tage zur Entspannung ein, das Schriftliche schlaucht ganz schön.

  2. Tim

    Hey,
    Danke für deinen schönen Post! Das macht Mut! 

    Tim
    (von http://www.hammerexamen-info.de)

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