Rigor, Tremor und Akinese

Mit Alzheimer gehört Parkinson zu den bekanntesten degenerativen Erkrankungen des Alters. Laut Statistik sind etwa 300.000 Menschen der deutschen Bevölkerung davon betroffen. Prävalenz steigend. Dies lässt sich jedoch klar auf die steigende Lebenserwartung, sowie die sinkende Geburtenzahl zurückführen.

Dennoch stellt sich zwingend die Frage, welche Faktoren die Wahrscheinlichkeit an dieser Erkrankung zu leiden, in die Höhe treiben.

Die Pathologie dieser neurodegenerativen Krankheit ist inzwischen relativ gut erforscht. Des Pudels Kern lässt sich hier in der Substantia Nigra des Gehirns finden. Wer der lateinischen Sprache mächtig ist, kann bereits auf Grund des Namens erschließen, dass sich dieser Kern durch eine schwarze Farbe auszeichnet. Die Substantia Nigra bleicht jedoch bei den Erkrankten sukkzessive aus. Warum ist das so?

Die Substanita Nigra ist Teil der Basalganglienschleife, die laut Nomenklatur zum extrapyramidalmotorischen System zählt. Der Kern gehört zu den wenigen Zentren im Gehirn, die Dopamin produzieren. Durch eine Nebenreaktion entsteht dabei Melanin und erzeugt so die schwarze Farbe, für die der Nukleus bekannt ist.

Verschwindet das Dopamin, verschwindet auch die Farbe. Die Funktion der Basalganglien ist gestört und resultiert in den drei typischen klinischen Symptomen des Morbus Parkinson: Rigor (Muskelsteifigkeit), Ruhetremor (Zittern) und Akinese  (Bewegunsarmut).

Obwohl schon lange an der Erkrankung geforscht wird, ist ein direkter Auslöser oder ein spezieller Pathomechanismus, der das Absterben der dopaminnergen Neurone, begründet nach wie vor unbekannt. Eine Ausnahme bildet hier lediglich das sogennante sekundäre Parkinson-Syndrom, das erstmals in den 80er Jahren bei Drogenabhängigen in den USA beobachtet wurde. Diese konsumierten verunreinigtes Heroin, das MPTP (1-Methyl-4-Phenyl-1,2,5,6-Tetrahydropyridin) enthielt. Die Herstellung von synthetischem Heroin benötigt viel Zeit und eine langsame Wärmezufuhr, damit nicht das nigrostriatale Toxin, MPTP, gebildet wird. Generell scheint aber dennoch zu gelten, dass Drogenkonsum die Wahrscheinlichkeit an Parkinson zu erkranken erhöht. Da MPTP den Komplex I der Atmugskette hemmt, steht schon seit längerem die Theorie im Raum, dass Parkinson durch eine Funktionsstörung der Mitochondrien ausgelöst werden könnte. Dieser Ansatz konnte durch Studien bislang nicht bestätigt werden. Auch eine erhöhte Zufuhr von Glutamat, sowie eine gestörte Entgiftung sollen ebenfalls die Erkrankung begünstigen. Weitere Interessante Theorien zur Entstehung von Parkinson können unter https://www.parkinson-web.de/content/was_ist_parkinson/entstehung/entstehung_der_krankheit/index_ger.html nachgelesen werden.

Es wird vermutet, dass die Lebenserwartung im Vergleich zum Gesunden bei einer Erkrankung an Parkinson nur geringfügig verringert ist. Zudem gibt es inzwischen viele gut wirksame Medikamente, die vor allem in den Anfangsstadien der Erkrankung gut wirksam sind. Ein weiterer interessanter therapeutischer Ansatz ist die tiefe Hirnstimmulation. Dadurch, dass man den Nucleus subthalamicus hemmt, der eher Bewegungen unterbindet, wird der Bewegungsarmut des Patienten entgegengewirkt.

Für Kurzentschlossene, deren Interesse an der Diagnose Morbus Parkinson geweckt wurde, kann nur auf folgende Veranstaltung in Schwabing am 10.12. 2014 hingewiesen werden:

http://venyoo.de/veranstaltung/s929100-parkinson-infoveranstaltung-fragestunde-quer-durch-parkinson#12771693

Weitere Informationen zur Erkrankung findet ihr hier.

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