Die Silber-Zombieapokalyse der Bakterien ist gekommen!

Jeder kennt sie aus etwaigen amerikanischen Filmen oder Fernsehserien – Zombies. Untote, die wieder aus dem Grab gestiegen sind, nun ohne Bewusstsein vor sich hin vegetieren und nur durch den Drag bestimmt sind Menschenfleisch zu vertilgen. Die Menschheit scheint fasziniert zu sein von diesen Wesen. So finden inzwischen Hindernisparcours statt, in dennen Teilnehmer vor anderen „Zombies“ fliehen müssen. Die Rede ist vom sogenannten Zombierun, der in Müchen am 30.8.2015 in der Olympiareithalle das nächste Mal stattfindet. (Mehr Infos dazu) Was im Zuge des Zobieruns spielerisch dargestellt wird, ist schon lange Realität, jedoch betrifft dies nicht uns Menschen, sondern Lebewesen, die viel kleiner sind als wir: Bakterien.

Aus „Nature“ kann folgender Satz aus dem Abstract (zum Originalartikel) zitiert werden: „biocidally-killed bacteria are capable of killing living bacteria“. Was haben nun die Entdecker des Zombieeffektes  im Zuge ihrer Experimente untersucht? Was wollten sie herausfinden? Bewusst nach einem Zombieeffekt hatten sie nämlich nicht gesucht. Ihre primäre Forschungsthematik war die Suche nach dem keimtötenden Effekt von Silber (lat. argentum).

Dokumentiert ist dieser Effekt schon um 1848. Credé entdeckte die keimhemmende Wirkung von Kupfer, Silber und Quecksilber und etablierte 1881 die Credé’sche Prophylaxe. Dafür wird dem Neugeborenen eine 1%ige Silbernirtratlösung in die Augen geträufelt. Diese Behandlung senkte die Inzidenz der Gnokokken-Konjuktivitis dramatisch und bewahrte zahlreiche Kinder vor der Erblindung. Angeblich sollten auch schon die alten Ägypter um den schützenden Effekt des Silbers gewusst haben und belegten wohl die Wunden der Verletzen mit Silberfolien (, wie sie diese wohl auch immer gefertigt haben sollen…).

Das Forschungsteam aus Racheli Ben-Knaz Wakshlak,Rami Pedahzur und David Avnir, nutzen für ihre Experimente Bakterien der Gattung Pseudomonas aeruginosa und töteten eine von drei Populationen mit Silbernitrat ab. Eine der beiden Kontrollpopulation wurde mit Hitze, die andere mit Chlorhexidin behandelt. Danach wurden die drei Lösungen zentrifugiert und der Überstand aus getöteten Bakterien in jeweils drei Lösungen mit lebenden Pseudomonaden zugesetzt. Bei der Auszählung der Einzeller konnte daraufhin beobachtet werden, dass in der Ag+ Gruppe weiterhin Bakterien abstarben. Die bereits abgetöteten Bakterien waren in der Lage noch lebende Pseudomonaden in den Tod zu reißen, obwohl diese genügend Nährstoffe gehabt hätten, um sich ohne Probleme weiter zu vermehren. Wie kann nur dieser Effekt erklärt werden?

Letzlich soll der Zombieeffekt des Silbers nicht auf mystischen Gegebenheiten beruhen, sondern lediglich auf der Tatsache, dass sich die Silberionen des Nitrates in die Zellmembranen der Einzeller einlagern und deren Stoffwechselprozesse dauerhaft schädigen, was schließlich zu deren Tod führt. Diese Silberionen können auch die Membranen lebender Bakterien infiltrieren und so diese, nach dem Kontakt mit bereits abgetöteten Einzellern, ebenfalls abtöten.

Wer sich, mit der pharmakologischen Wirkung des Mikrosilbers weiterführend befassen möchte, kann hier weitere Informationen  sammeln.

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