Wie ich meine Kreativität steigere

Jeder hatte schon einmal das Problem: Man braucht irgedein Motto oder einen lustigen Vorschlag, aber zwischen den Gehirnzellen, herrscht sprichwörtlich Leere. Es fehlt die zündende Idee und die kreativen Kapazizäten sind ausgeschöpft.

Was kann man nun also tun, um seine Kreativität anzukurbeln?

ERSTENS: Stress vermeiden

Dieser Punkt- Stress vermeiden- ist leichter gesagt als getan und vor allem als Medizinstudent nicht immer leicht umzusetzen. Dennoch wäre es nun sehr vorschnell einfach zum zweiten Punkt überzugehen. Aber jeder der sich bereits in einem kreativen Schaffensprozess unter Stress befand, kennt das Problem – je schneller das Projekt drängt und noch andere Arbeit ruft, desto ferner sind lustige Einfälle oder andere kreative Eingebungen. Einerseits ist somit eine der wichtigsten Divisen: Rechtzeitig anfangen und sich Zeit und Gedankenkraft für das Projekt nehmen, bevor es zu spät ist.

Das heißt, dass man sich am besten Phasen am Laufe des Tages verschafft, an denen man sich einfach Zeit zum Nachdenken gönnt – abschweifen lässt. Dies ist beispielweise durch Meditation, aber auch durch Ausdauersport ohne Musik möglich. In dieser Zeit kann man bewusst über sein Problem bzw. sein Projekt nachdenken. Viele Menschen haben die besten Ideen am Abend, wenn sie im Bett liegen und über ihre Aufgaben nachdenken. Um keine Ideen zu vergessen, sollte man sich ein kleines Notizbuch zurecht legen und die Einfälle einfach aufschreiben, um sie nicht am nächsten Tag wieder vergessen zu haben.

ZWEITENS: Perspektiven ändern

Man glaubt es kaum, aber es passiert im Grunde fast jedes Mal: Man fährt sich auf eine bestimmte Position oder gewisse (unbewusste) Anforderungen an ein Projekt ein und verbietet sich so im Geiste verschiedenste Betrachtungsweisen und Ansätze.

Das Kuscheltierkabinett

Hier ist ein potentielles Ideenkarbinett zu sehen.

Dazu gibt es eine kleine Gedankenübung, die diese Schranken überraschend einfach auflockern kann:

Wie auf dem Bild zu sehen, kann man sich ein Ideenkarbinett konzipieren. Dabei ist es wichtig, dass die einzelnen Ansatzpunkte der jeweiligen Mitglieder sehr konträr und unterschiedlich sein müssen. Prinzipiell kann man sich auch die Positionen guter Freunde oder von Prominenten vorstellen. Das Ganze kann auch komplett im Geiste geübt werden, wobei es sich für den Anfang mit Kuscheltieren einfacher gestaltet. Zumal dabei im Laufe der Diskussion im Karbinett, keine der Figuren zu sehr in den Hintergrund gerät. Ein weiterer wichtiger Tipp ist, dass man sich nicht mehr als fünf verschiedene Standpunkte/ Kuscheltiere/ Prominete überlegt, ansonsten wird alles zu unübersichtlich. Für den Anfang sind auch drei Positionen völlig ausreichend und häufig zielführend.

Manchen Leuten soll es bei ihrem kreativen Prozess auch helfen, sich auf einen Stuhl zu stellen und von dort aus die eigenen Notizen zu betrachten, um wortwörtlich eine neue Perspektive auf seine Arbeit zu gewinnen.

DRITTENS: Erste Ideen und Geistesblitze annehmen

Sobald eine Idee in den Kopf schießt – NIEMALS WERTEN und diese wieder zurück ins Unterbewusstsein verdammen! Man wertet schließlich mit den Normen und den Vorstellungen, die man im Laufe seines Lebens gelernt hat. Ob nun gesellschaftliche Normen oder grundsätzliche Ideen. Selbst wenn eine Idee furchtbar lächerlich und dumm erscheint, IMMER ERST AUFSCHREIBEN. Häufig ist es so, dass durch Modifiktionen der utopischten Vorstellungen geniale Geistesblitze hervorgehen können.

Wenn man in Gruppenarbeit tätig ist, kann es auch sein, dass man eben aus Furcht vor Blamage Ideen nicht vortragen möchte. Dennoch wäre dies der perfekte Hintergrund, um diese Ideen passend zu verändern, da viele Menschen mit anderen Hintergründen und Vorstellungen den Vorschlag ebenfalls beleuchten können. Also: Ego verdrängen und Idee vorbringen.

Falls das Ego zu stark ist: auch da hilft Meditation.

VIERTENS: Konstruktive Kritik und viele Köche verderben den Brei

Einer der wichtigsten Grundsätze in einer Gruppendiskussion, um gute Ideen und Vorschläge nicht zu untergraben, ist konstruktive Kritik auszuüben. Das heißt, dass nicht nur formuliert wird, dass etwas schlecht ist, sondern warum es jemandem eben nicht gefällt. Vor allem ist es wichtig, dass Verbesserungsvorschläge oder Alternativen aufgezählt werden sollen, kann der Kritiker mit Derartigem nicht aufkommen, so soll er seine Meinungsäußerung unterlassen. Bevor man keine Idee mehr auf dem Schirm hat, ist es besser, dass eine Person den Vorschlag nicht unterstützt.

Schließlich muss es auch Befürworter für das jeweilige Projekt geben, sonst würde er auch nicht diskutiert werden. An der Stelle muss man sich auch fragen, ob es zwischen dem Kritiker und der Person, die die Idee vorgetragen hat, Spannungen gibt. Aus subjektiver Abneigung heraus, kann so ein guter Vorschlag verdiskutiert werden, werden dabei keine sinnvollen Alternativen aufgezeigt, führt diese in das Endlose.

Ein weiteres Problem ist, dass viele Menschen, wenn sie nun einen Vorschlag haben, diesen unbedingt im Projekt verwirklicht sehen wollen. Meist ist dies darin begründet, dass man aus eigener Sicht seine Ideen und Vorschläge als kostbarer einschätzt, als die anderer. Das ist wieder eine Frage des Egos. Die Divise ist hier wieder erwachsen und vernünftig handeln und so ein konstruktives Gespräch zulassen. Machtspiele und Wutausbrüche sind eindeutig kontraindiziert und schaden der Gruppendynamik. Letztlich ist es auch so, dass schüchterne Personen ihre Vorschläge aus Angst vor Streitereien und schlechter Kritik gar nicht äußern wollen, selbst wenn diese zehn Mal besser als die Bestehenden sind.

Je größer die Gruppe der Diskutierenden ist, desto einfacher gerät das Gespräch außer Kontrolle, ab einer Gruppengröße von sechs Personen spalten sich die Gruppen in Subgruppen auf. Daher gilt wie beim Ideenkarbinett Gruppen von mehr als fünf Personen zu vermeiden. Auf diese Art und Weise werden auch Ideen und Vorschläge etwas begrenzt und es ist für jeden einfacher sich zu beteiligen und ans Wort kommen zu können. Insgesamt fördert dies die Zufreidenheit, da jeder das Gefühl hat, am Projekt etwas beigetragen zu haben.

FÜNFTENS: Recherche

Ohne Vorwissen zu einem gewissen Sachverhalt, fällt es häufig sehr schwer neue Ideen zu  generieren, weil die nötige Information- die Basis – fehlt. Falls kaum Vorwissen besteht, sollte man unbedingt Recherchieren und die neu gewonnene Information verarbeiten und mit bereits erworbenen Wissen verknüpfen. Dies kann auch länger dauern, daher wieder ein Bezug zum ersten Tipp: Stress vermeiden und rechtzeitig anfangen – In diesem Fall mit der Recherche.

Auch wenn die Recherche bei manchen Personen verrufen ist, da sie den kreativen Prozess an sich zerstören würde, weil man mehr eine Collage aus bereits bestehenden Ideen erzeuge, ist eine zusammengesetze Idee besser als gar keine Idee.

Recherche braucht Zeit und sollte nicht vernachlässigt werden!

Recherche braucht Zeit und sollte nicht vernachlässigt werden!

Vor allem bei Gruppenprojekten ist es wichtig seine Meinung auch verteidigen zu können ohne nötiges Hintergrundwissen, ist es sehr schwierig, sich einerseits am Gespräch zu beteiligen und andererseits die nötigen Argumente zu finden. Die Recherche oder eben das nötige Wissen sind das A und O, um kreativ wirken zu können. Man kann sich dies auch ganz leicht mit Blick ins Labor vorstellen, wer die Signaltransduktionswege der Zelle nicht kennt, wird auch die Wirkungen eines Therapuetikums nicht absehen können, dass an einen bestimmten Rezeptor bindet.