GAIA – Gemeinsam Aktiv für Interkulturellen Austausch

GAIA – Gemeinsam Aktiv für Interkulturellen Austausch
Leah Schembs

GAIA_LogoGaia wird in der griechischen Mythologie als die Göttin der Erde beschrieben, eine Art Muttergottheit und Schöpferin, die zwar Leben bringt und nährt, aber auch nimmt – im Sinne der Göttin des Todes und der Lebenserneuerung. Wahrscheinlich war eher der erste Aspekt ein Grund, ein Projekt für Interkulturalität „Gemeinsam Aktiv für Interkulturellen Austausch“ – sprich GAIA – zu benennen. In dieser globalisierten, groß vernetzten Welt ist es kein Wunder, dass viele Studenten nicht in ihrem Heimatland studieren und die LMU so zum Wintersemester 14/15 7.367 Studierende ausländischer Herkunft zählte. Interkulturalität ist hierbei besonders wichtig. Doch was bedeutet dieses groß klingende Wort genau? Schlägt man im Duden nach, so findet man als Definition für Interkulturalität: „Bewusstsein, das für die kulturelle, sprachliche oder religiöse Verschiedenheit der Mitglieder einer Gesellschaft besonders sensibilisiert ist [und auf den Respekt bzw. die Akzeptanz der Verschiedenheit ausgerichtet ist]“. Nicht besser kann man beschreiben, was GAIA bewirken möchte: eine Förderung der Interkulturalität durch interkulturellen Austausch – eine Bereicherung für jeden durch Erkennen und Erleben von Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Kulturen. Ein fröhliches Miteinander, in dem jeder ständig Neues lernt – über andere Länder, Leute, Sitten, Gebräuche, Speisen und Sprachen – jeder kann so seinen Horizont erweitern. Zudem erleichtert GAIA ausländischen Studierenden den Einstieg in das Medizinstudium und begleitet sie dabei. Fern von ihrer Heimat und Familie kämpfen sie hier nicht nur mit den alltäglichen Medizinstudentenproblemen wie dem immensen Prüfungsstoff, den vielen Fachbegriffen und der teilweise geringen Zeit zur Vorbereitung, sie bewältigen das auch noch in einer fremden Sprache, in einem fremden Land mit vielen – auch kulturellen – Hürden, die es ausfindig zu machen und zu bewältigen gilt. GAIA packt hier nicht nur mit speziellen Tutorien und mehrsprachigen Mentoren an. Zum GAIA-Dinner bringt jeder leckere Speisen aus unterschiedlichen Ländern mit und es wird gemeinsam gegessen, regelmäßige Kaffeestunden geben Gelegenheit, neue nette Leute kennenzulernen und sich bei Mentoren aus höheren Semestern Tipps zum Studium zu holen. Auch Theater- und Museumsbesuche, gemeinsamer Sport, Weihnachtsfeiern, Bowlingabende und diverse Ausflüge werden angeboten. Mit solchen Veranstaltungen wird Raum, Zeit und Atmosphäre geschaffen, einerseits für den interkulturellen Austausch und für Fragen zum Studium, andererseits aber auch für soziale Vernetzung und vor allem ganz viel Spaß.

Ihr habt Lust, euch interkulturell zu vernetzen, coole neue Leute kennenzulernen oder sogar einmal selbst eine Veranstaltung zu organisieren? Ihr habt Fragen und sucht Ansprechpartner zu Themen wie Prüfungen, Stipendien, Doktorarbeit? Bei GAIA seid ihr alle richtig – kommt doch einfach unverbindlich bei einer unserer Kaffeestunden vorbei! Diese finden immer mittwochs im Semester von 14 bis 16 Uhr in der Pettenkoferstr. 12 im Raum D 1.34 statt. Wir freuen uns auf euch!

Übrigens: GAIA wird im Rahmen der Fördermaßnahmen zur Internationalisierung bayerischer Hochschulen durch das bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst als Maßnahme zur „Förderung des Studienerfolgs ausländischer Vollstudierender“ gefördert und von LMU Co.Med, MeCuM Mentor und OFIF unterstützt. Projektleiter sind Christine Wild-Bode, Kathrin Dethleffsen und Ahmed Messoudi – bei Fragen könnt ihr euch gerne an sie oder an einen der GAIA-Mentoren wenden. Mehr Informationen und den Kontakt zu den Mentoren bekommt ihr unter MeCuM-Moodle unter vorklinischer Studienabschnitt → GAIA oder unter http://www.med.uni-muenchen.de/studium/curriculumsoptimierung/gaia/index.html

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GAIA-Mentoren

 

„Mir liegt dieses Projekt besonders am Herzen, weil ich die große Ehre hatte, dem Projekt den Namen zu geben und das Logo zu zeichnen. Somit ist GAIA für mich etwas wie eine Tochter und bin sehr glücklich über ihre Entwicklung“. Ricardo

Ich bin nach Deutschland in 2010 gezogen. Ich habe davor in Moskau studiert und habe danach einen Master in einem mysteriösen Fach namens „Public Policy“ erworben. Mein Masterprogramm war international ausgerichtet, das heißt ich habe mit den Menschen aus allen Ecken der Welt zusammen studiert. Obwohl seitdem schon einige Jahre vergangen sind weiß ich noch ganz genau, wie euphorisch ich mich damals gefühlt habe, da ich nun eine Möglichkeit hatte mich mit den Leuten aus Ländern wie Australien, Türkei, Kenia, Indien, Ecuador, Belgien, USA, Singapur, Südafrika und noch vielen anderen austauschen konnte. Ich habe mich wie auf einer Weltreise gefühlt. Dabei habe ich mich nicht nur mit unterschiedlichen Kulturen vertraut gemacht, sondern auch mich geistig bereichert. Dieses Gefühl, das ich damals empfunden habe, war mir nicht so bekannt. Ich kannte es zumindest nicht von meinen Eltern, die in Zeiten des Eisernen Vorhangs aufgewachsen sind. Es gibt sicher schöne Sachen aus ihren Studienzeiten, an die sie sich erinnern können, aber ich finde es trotzdem schade, dass sie sich mit anderen Kulturen im Studienalltag nicht so stark auseinandersetzen konnten. Ich bin voll froh, dass unserer Generation diese Möglichkeit bereit steht. Und ich finde es großartig, dass es Institutionen gibt, die diesen interkulturellen Austausch fördern.

An der medizinischen Fakultät verkörpert die GAIA für mich diese „Oase“, die voll von interessanten, intelligenten und sehr engagierten Leuten, die unterschiedliche Kulturen vertreten, ist. Jedes Mal, wenn ich zu irgendeiner GAIA-Veranstaltung gehe, freue ich mich sehr darauf. Und das nicht nur, weil ich dabei meine studiumsbezogene Probleme mit den Leuten aus älteren Semestern besprechen kann, oder wir einen tollen Ausflug unternehmen, sondern auch, weil ich dabei stets diese Euphorie, die durchs Kennenlernen der Leute mit unterschiedlichen kulturellen Background verursacht wird, erneut empfinde. Das ist ein tolles Gefühl, und ich bin der GAIA sehr dafür dankbar, dass sie es mir diese positiven Emotionen immer wieder neu schenkt.“ – Benazir

 „Was GAIA für mich bedeutet? GAIA ist die einzigartige Möglichkeit mal einen Blick hinter die Kulissen zu bekommen, zu sehen wie unterschiedlich wir z.B. die gleichen Feste feiern. Das christliche Weihnachten wird bei uns in den verschiedenen Regionen schon unterschiedlich gefeiert, aber doch sehr ähnlich: Essen mit der Familie im kleinen Kreis am 24., zudem gibt es an diesem Abend Geschenke. An den anderen beiden Tagen sieht man die restliche Verwandtschaft. Auch wenn das nicht das Wichtigste ist werden die Unterschiede der Kulturen an den Geschenken am offensichtlichsten. Die Spanier bekommen am 6.1. ihre Geschenke, die Russen machen es aufgrund ihrer Geschichte wieder anders und bekommen an Weihnachten gar keine, sondern zu Väterchen Frost am 31.12. Die Italiener, Japaner und US-Amerikaner beschenken sich am 25.12. Als ich das hörte, war ich doch erstaunt und habe direkt noch mehr Nationen gefragt. Und dabei habe ich mich in diesem Fall nur an nicht christlichen Kommilitonen/innen gewandt. Die uns noch weiter entfernten Kulturen sind da wesentlich spannender. Abgesehen davon, dass das Essen der Wahnsinn ist, ist auch die jeweilige Einstellung zu Beziehungen, Gastfreundlichkeit, Lerneifer so absolut verschieden, sodass man sich häufiger mal eine Scheibe abschneiden sollte! Interessanterweise sind solche Dinge jedoch meist gar nicht das Thema, wenn wir uns sehen. Wir treffen uns bei der Internationalen GAIA – Caféstunde, und reden ebenso über die nächste Klausur/Testat, Partys oder Aktionen wie GAIA-Sport, -Bowling oder einen Ausflug nach Nürnberg. Im Endeffekt sind wir also alle anders, aber doch so gleich und mögen die gleichen Dinge. GAIA ist letztlich einfach cool und ich bin absolut glücklich dabei zu sein.“ Sebastian

GAIA-Ausflug zum Christkindlesmarkt Nürnberg

GAIA-Ausflug zum Christkindlesmarkt Nürnberg

One thought on “GAIA – Gemeinsam Aktiv für Interkulturellen Austausch

  1. Ein Typ

    HEY! Wo ist Ricardo auf dem Bild?

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